Die besten Möbel fürs Arbeiten zu Hause sehen längst nicht mehr wie Büromöbel aus
- Sunbin Qi

- 14. Aug.
- 7 Min. Lesezeit

In ihrer Zusammenfassung hebt sie mehrere wichtige Entwicklungen hervor: Hybride Arbeitsmodelle prägen die Nachfrage weiterhin, ergonomische Sitzmöbel ersetzen zunehmend herkömmliche Wohnstühle, höhenverstellbare Schreibtische halten Einzug in private Haushalte, kleinere Wohnflächen erhöhen die Nachfrage nach multifunktionalen Lösungen und wohnlichere Oberflächen lassen klassische Büromöbel weniger technisch wirken.
Für mich sticht dabei ein Punkt besonders hervor:
Der Arbeitsplatz zu Hause ist keine eigenständige Kategorie innerhalb der Wohnung mehr. Er wird zunehmend zu einem festen Bestandteil des Wohnraums.
Damit verändert sich auch die entscheidende Frage für Möbeleinkäufer.
Die eigentliche Herausforderung lautet nicht mehr nur:
„Wie verkaufen wir Büromöbel für die Nutzung zu Hause?“
Zunehmend lautet sie vielmehr:
„Wie entwickeln wir Möbel, die das Arbeiten unterstützen, in kleinere Wohnräume passen und sich gleichzeitig selbstverständlich in ein wohnliches Umfeld einfügen?“
Das ist aus Sicht der Produktentwicklung eine deutlich interessantere Fragestellung. Denn sie betrifft nicht nur Schreibtische und Arbeitsstühle, sondern das gesamte Verhältnis zwischen Wohnmöbeln und Möbeln für den Arbeitsplatz.
Der Arbeitsplatz zu Hause ist keine vorübergehende Lösung mehr
Lange Zeit wurden viele Möbel für das Arbeiten zu Hause als kurzfristige oder zweitrangige Lösung betrachtet.
Sie waren funktional, wirkten optisch jedoch häufig wie ein Fremdkörper innerhalb der übrigen Wohnung.
Diese Denkweise verliert zunehmend an Bedeutung.
Hybride Arbeitsmodelle haben dazu geführt, dass der Arbeitsplatz zu Hause dauerhafter geworden ist. Gleichzeitig achten Verbraucher stärker auf Körperhaltung, Sitzkomfort und Alltagstauglichkeit. Auch wenn sie vielleicht nur an einigen Tagen pro Woche zu Hause arbeiten, erwarten sie, dass dieser Bereich dann richtig funktioniert.
Für Einkäufer bedeutet das, dass Produkte nicht mehr ausschließlich für das „Arbeiten zu Hause“ ausgewählt werden.
Vielmehr geht es um Produkte für das Wohnen und Arbeiten im selben Raum.
Genau deshalb verändert sich diese Produktkategorie.
Ergonomie wird zur grundlegenden Erwartung

Eine der Beobachtungen von Gitanjali war, dass ergonomische Sitzmöbel zunehmend herkömmliche Wohnstühle ersetzen.
Ich halte diese Einschätzung für sehr zutreffend.
Verbraucher nehmen heute viel bewusster wahr, wie sich längeres Sitzen tatsächlich anfühlt. Ein Stuhl, der für eine kurze Mahlzeit vollkommen ausreicht, muss nicht automatisch bequem genug für zwei oder drei Stunden Arbeit am Rechner sein. Auch ein optisch attraktiver Arbeitsstuhl kann im Alltag enttäuschen, wenn Sitzunterstützung, Rückenwinkel oder Beweglichkeit nicht praktisch genug sind.
Für Einkäufer bedeutet das: Ergonomie ist kein zusätzliches hochwertiges Verkaufsargument mehr, das erst am Ende der Produktbeschreibung erwähnt wird.
Sie entwickelt sich zu einer grundlegenden Voraussetzung.
Doch Ergonomie allein reicht nicht aus.
Ein Stuhl für das Arbeiten zu Hause muss sich auch optisch in eine Wohnumgebung einfügen. Er kann in einer Ecke des Schlafzimmers, im Essbereich, in einer kleinen Arbeitsnische oder sogar im Wohnzimmer stehen. Das Produkt muss deshalb Unterstützung und Erscheinungsbild miteinander verbinden.
Genau an diesem Gleichgewicht scheitern noch immer viele Produkte.
Die besten Möbel für das Arbeiten zu Hause wirken nicht zu sehr wie „Büromöbel“
Eine der besonders hilfreichen Erkenntnisse aus Gitanjalis Beitrag ist die Entwicklung hin zu wohnlicheren Oberflächen und Materialien.
Das ist wichtig, weil viele Haushalte nicht möchten, dass ihre Einrichtung wie ein gewerblicher Arbeitsplatz wirkt.
In der Praxis suchen Einkäufer daher zunehmend nach Produkten, die wärmer, weicher und besser mit einem wohnlichen Umfeld vereinbar sind:
weichere Polsterungen anstelle rein technischer Netzgewebe in bestimmten Marktsegmenten;
Oberflächen in Holzoptik, Keramikoptik oder Materialkombinationen anstelle rein zweckmäßiger Beschichtungen;
ruhigere Farbwelten;
klarere Formen;
besser integrierter Stauraum;
durchdachte Kabelführungen, die für ein optisch aufgeräumtes Umfeld sorgen.
Das bedeutet nicht, dass Möbel für das Arbeiten zu Hause ihren funktionalen Charakter verlieren sollten.
Es bedeutet vielmehr, dass erfolgreiche Produkte häufig vermeiden, zu sachlich oder zu institutionell zu wirken.
Das Produkt soll das Arbeiten unterstützen und sich trotzdem selbstverständlich in die Wohnung einfügen.
Kleinere Wohnungen fördern multifunktionale Möbelkonzepte
Ein weiteres wichtiges Thema ist das Wohnen auf begrenzter Fläche.
In vielen städtischen Märkten befindet sich der Arbeitsplatz zu Hause nicht in einem eigenen Zimmer. Er kann Teil des Schlafzimmers, des Essbereichs oder eines vielseitig genutzten Wohnraums sein. Dadurch verändern sich die Anforderungen an die Möbelgestaltung.
Ein Produkt, das in einem separaten Arbeitszimmer hervorragend funktioniert, kann in einer kleineren Wohnung ungeeignet sein, weil es optisch oder räumlich zu viel Platz beansprucht.
Genau hier gewinnen kompakte Schreibtische, modulare Stauraumlösungen und multifunktionale Möbel an Bedeutung.
Für Einkäufer stellt sich deshalb nicht nur die Frage, ob ein Produkt für sich genommen gut aussieht.
Entscheidend ist, ob es mehrere räumliche Herausforderungen gleichzeitig lösen kann:
Passt ein Schreibtisch auch auf eine kleinere Stellfläche?
Kann sich ein Stauraummöbel an unterschiedliche Raumaufteilungen anpassen?
Kann ein Stuhl sowohl am Schreibtisch als auch allgemein im Wohnbereich genutzt werden?
Kann eine durchdachte Kabelführung optische Unordnung reduzieren?
Lässt sich das Produkt einfach bewegen, montieren oder neu positionieren?
Wenn ein Raum mehrere Funktionen erfüllen muss, werden die Anforderungen an jede einzelne Möbelentscheidung höher.
Diese Entwicklung ist auch für Anbieter von Wohnmöbeln relevant
Obwohl ASKT vor allem für Wohnmöbel bekannt ist – insbesondere für Esszimmerstühle, Esstische, Loungesessel und Barstühle –, beobachten wir deutlich, dass das Arbeiten zu Hause Kaufentscheidungen im Wohnmöbelbereich stärker beeinflusst als früher.
Die Grenzen werden zunehmend unschärfer.
Von einem Esszimmerstuhl kann heute erwartet werden, dass er auch bei längerer Nutzung einen höheren Sitzkomfort bietet.
Ein kompakter Drehstuhl muss möglicherweise elegant genug für einen Essbereich aussehen und zugleich praktisch genug für gelegentliches Arbeiten am Rechner sein.
Von einer Konsole oder einem kompakten Tisch kann erwartet werden, dass sie beziehungsweise er auch als flexibler Arbeitsplatz genutzt werden kann.
Ein gepolsterter Stuhl muss möglicherweise die wohnliche Wirkung klassischer Wohnmöbel mit einem besseren Sitzhalt und höherem Langzeitkomfort verbinden.
Auch Unternehmen, die sich nicht ausdrücklich als Spezialisten für Büromöbel positionieren, sollten diese Veränderungen deshalb aufmerksam verfolgen.
Das Arbeiten zu Hause beeinflusst längst nicht mehr nur den Büromöbelmarkt.
Es verändert den gesamten Markt für Wohnmöbel.
Die Wettbewerbssituation zeigt, wie stark die Grenzen der Produktkategorien verschwimmen

Ein weiterer interessanter Punkt aus der Zusammenfassung des Marktberichts ist die Liste führender Unternehmen, die in diesem Bereich aktiv sind. Dazu gehören nicht nur spezialisierte Büromöbelanbieter, sondern auch breit aufgestellte Einrichtungshändler und Verkaufsplattformen im Internet.
Das zeigt etwas Entscheidendes:
Möbel für das Arbeiten zu Hause gehören längst nicht mehr nur zu einer bestimmten Art von Marke.
Die Kategorie befindet sich an der Schnittstelle zwischen Wohnmöbeln, Büromöbeln und dem Onlinehandel.
Dadurch entstehen sowohl Chancen als auch zusätzlicher Wettbewerbsdruck.
Für Möbeleinkäufer bedeutet das, dass die Produktauswahl präziser werden muss. Verbraucher vergleichen Möbel für das Arbeiten zu Hause heute nicht mehr ausschließlich mit klassischen Büromöbeln, sondern auch mit Produkten von Einrichtungshändlern, digitalen Marktplätzen und großen Wohnmöbelmarken.
Mit anderen Worten: Im Wettbewerb geht es nicht nur um Ergonomie.
Es geht ebenso um:
Gestaltung;
Preisgestaltung;
bequeme Lieferung;
einfache Montage;
Individualisierungsmöglichkeiten;
die Frage, wie selbstverständlich sich das Produkt in den Wohnalltag integrieren lässt.
Der Onlinehandel verändert die Produktentwicklung

Gitanjali erwähnt außerdem den digitalen Handel und die Möglichkeit zur individuellen Produktgestaltung im Internet. Aus meiner Sicht ist auch das ein wichtiges Thema für die Produktentwicklung.
Wenn Möbel für das Arbeiten zu Hause im Internet verkauft werden, müssen sie nicht nur während der Nutzung überzeugen, sondern auch bei Transport, Lagerung und Auftragsabwicklung funktionieren.
Daraus ergeben sich zusätzliche Anforderungen:
zerlegbare oder platzsparend verpackbare Konstruktionen, soweit dies sinnvoll möglich ist;
ein klarer und verständlicher Montageaufbau;
schützende und gleichzeitig kosteneffiziente Verpackungen;
gleichbleibende Qualität aller Bauteile;
angemessene Kartongrößen für Paketversand oder verschiedene Vertriebskanäle;
Oberflächen, die auf Produktbildern überzeugend wirken und sich gleichzeitig im tatsächlichen Wohnalltag bewähren.
Ein Produkt kann gestalterisch hervorragend sein. Wenn es jedoch schwer zu transportieren, teuer zu verpacken oder zu kompliziert zu montieren ist, verliert es an Wettbewerbsfähigkeit.
Deshalb muss die Entwicklung von Möbeln für das Arbeiten zu Hause Gestaltung, Ergonomie, Kostenkontrolle und Logistik von Anfang an gemeinsam berücksichtigen.
Einkäufer sollten in Produktsystemen statt in Einzelartikeln denken
Ein häufiger Fehler in dieser Produktkategorie besteht darin, ausschließlich über den Schreibtisch oder ausschließlich über den Stuhl nachzudenken.
In Wirklichkeit nehmen Verbraucher den Arbeitsplatz zu Hause als Gesamtsystem wahr.
Schreibtisch, Stuhl, Stauraum, Kabelführung, Regale und das gesamte gestalterische Umfeld beeinflussen gemeinsam, ob ein Arbeitsplatz praktisch und angenehm wirkt.
Für Einkäufer wird es deshalb immer wertvoller, aufeinander abgestimmte Produktfamilien aufzubauen, anstatt einzelne, voneinander unabhängige Artikel anzubieten.
Das kann beispielsweise bedeuten:
abgestimmte Materialien für Schreibtisch und Stauraummöbel;
einen kompakten Schreibtisch zusammen mit einem passenden Stuhl anzubieten;
Polsterungen und Oberflächenvarianten zu verwenden, die zur übrigen Wohnmöbelkollektion passen;
ein vollständiges Sortiment für kleine Wohnräume zu entwickeln, anstatt sich nur auf ein einzelnes Leitprodukt zu konzentrieren;
Produkte anzubieten, die sich sowohl für das Arbeiten zu Hause als auch für Lernbereiche und gelegentlich genutzte Wohnbereiche eignen.
Gerade im Einzelhandel und Onlinehandel ist dieser Ansatz besonders sinnvoll, da Kunden häufig nach einer vollständigen Lösung und nicht nach einem einzelnen, isolierten Produkt suchen.
Welche Aufgaben Hersteller lösen müssen
Aus Sicht der Fertigung zeichnen sich erfolgreiche Möbel für das Arbeiten zu Hause nicht durch eine einzelne besondere Eigenschaft aus.
Sie funktionieren deshalb gut, weil mehrere praktische Faktoren sinnvoll aufeinander abgestimmt wurden:
ergonomische Unterstützung;
wohnliches Erscheinungsbild;
kompakte Abmessungen;
anpassungsfähige Funktionen;
effiziente Fertigung;
durchdachte Verpackung;
gleichbleibende Qualität.
Das bedeutet, dass ein Lieferant nicht nur fragen sollte, ob ein Produkt attraktiv aussieht.
Er sollte außerdem dabei helfen, folgende Fragen zu beantworten:
Ist die Konstruktion stabil genug für die tägliche Nutzung beim Arbeiten?
Bietet die Sitzfläche ausreichend Unterstützung für längeres Sitzen?
Sind die Abmessungen für kleinere Wohnungen geeignet?
Funktioniert die Oberfläche sowohl für die Darstellung im Internet als auch in tatsächlichen Wohnräumen?
Lässt sich das Produkt effizient verpacken und versenden?
Kann dieselbe Grundkonstruktion für mehrere Varianten genutzt werden?
Genau hier erhält gute Produktentwicklung ihren wirtschaftlichen Wert.
Die bessere Frage lautet nicht „Büro oder Zuhause?“

Was ich an Gitanjalis Beitrag besonders schätze, ist, dass er eine umfassendere Veränderung beschreibt und nicht lediglich eine einzelne Produktkategorie aktualisiert.
Die bessere Frage für Einkäufer lautet möglicherweise nicht mehr:
„Ist das ein Büromöbel für die Nutzung zu Hause?“
Sondern vielmehr:
„Hilft dieses Produkt Menschen dabei, zu Hause gut zu arbeiten, ohne dass sich ihre Wohnung dadurch weniger wie ein Zuhause anfühlt?“
Genau in diese Richtung entwickelt sich der Markt meiner Einschätzung nach.
Die erfolgreichsten Möbel für das Arbeiten zu Hause werden sich nicht allein deshalb durchsetzen, weil sie ergonomischer, technisch ausgefeilter oder mit mehr Funktionen ausgestattet sind.
Sie werden erfolgreich sein, weil sie die Realität des modernen Wohnens verstehen:
Menschen brauchen Möbel, die produktives Arbeiten unterstützen, vorhandenen Raum intelligent nutzen, sich optisch selbstverständlich in Wohnräume einfügen und mehrere Funktionen übernehmen können.
Wenn das gelingt, wirken Möbel für das Arbeiten zu Hause nicht länger wie ein Fremdkörper innerhalb der Wohnung.
Sie werden zu einem selbstverständlichen Bestandteil davon, wie das Zuhause funktioniert.
Vielen Dank an Gitanjali Alhat für die hilfreiche Zusammenfassung der Marktentwicklung und den Anstoß, darüber nachzudenken, wie die wachsende Nachfrage nach Lösungen für das Arbeiten zu Hause die Möbelentwicklung insgesamt verändert.




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