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Dürfen Möbelmarken in Deutschland noch einfach „nachhaltig“ sagen?

Autorenbild: Wolfgang Adler
Wolfgang Adler
vor 2 Stunden
9 Min. Lesezeit
Dürfen Möbelmarken in Deutschland noch einfach „nachhaltig“ sagen?

Seit Jahren gehört „nachhaltig“ zu den Begriffen, die sich besonders leicht in einem Möbelkatalog verwenden lassen.

Nachhaltige Materialien. Nachhaltige Möbel. Nachhaltige Kollektion. Umweltfreundliche Verpackung.

Doch in Deutschland beginnt für diese Art der Kommunikation eine deutlich anspruchsvollere Phase.

Ab dem 27. September 2026 gelten strengere Anforderungen an Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen. Nach Angaben der Deutschen Gütegemeinschaft Möbel müssen Nachhaltigkeitssiegel auf einem Zertifizierungssystem beruhen oder von staatlichen Stellen festgesetzt worden sein. Selbst entwickelte grüne Kennzeichnungen ohne unabhängige Überprüfung können künftig nicht mehr ohne Weiteres verwendet werden. Auch allgemeine Umweltaussagen wie „umweltfreundlich“ oder „nachhaltig“ müssen klarer konkretisiert werden.

Darf eine Möbelmarke in Deutschland also weiterhin einfach einen Stuhl, einen Tisch oder eine ganze Kollektion als „nachhaltig“ bezeichnen?

Die praktische Antwort lautet: nicht mehr so einfach. Die Entwicklung geht weg von allgemeinen grünen Aussagen und hin zu konkreten, nachvollziehbaren und belegbaren Umweltinformationen.

Für Möbeleinkäufer, Produktmanager und Beschaffungsteams betrifft diese Veränderung weit mehr als nur das Marketing. Denn glaubwürdige Umweltaussagen beginnen letztlich bei den Informationen und Nachweisen, die ein Lieferant tatsächlich bereitstellen kann.


Was ändert sich in Deutschland am 27. September 2026?

What Changes in Germany on 27 September 2026?

Die entscheidende Veränderung besteht nicht darin, dass Unternehmen künftig keine Umweltvorteile ihrer Produkte mehr kommunizieren dürfen.

Vielmehr müssen Umweltaussagen konkreter formuliert und besser belegt werden.

Die neuen deutschen Regelungen sind Teil der umfassenderen europäischen Bemühungen, Verbraucher besser vor irreführenden Umweltaussagen zu schützen. Für Möbelunternehmen verdienen dabei insbesondere zwei Bereiche Aufmerksamkeit.

Allgemeine Umweltaussagen brauchen mehr Kontext

Begriffe wie „nachhaltig“ und „umweltfreundlich“ sind sehr weit gefasst.

Ein Stuhl kann beispielsweise einen Bezug aus recyceltem Material besitzen, während für Schaumstoff, Metallteile und Verpackung herkömmliche Materialien verwendet werden. Ein Esstisch kann zertifiziertes Holz enthalten, während andere Bestandteile wiederum andere Umwelteigenschaften aufweisen.

Wird das gesamte Produkt pauschal als „nachhaltig“ bezeichnet, kann dadurch ein wesentlich umfassenderer Eindruck entstehen, als die vorhandenen Nachweise tatsächlich belegen.

Der sinnvollere Ansatz besteht deshalb darin, genau zu bestimmen, worauf sich eine Umweltaussage bezieht.

Statt:

„Dieser Esszimmerstuhl ist nachhaltig.“

sollte ein Unternehmen gegebenenfalls genauer erklären, welche konkrete Umwelteigenschaft eines bestimmten Materials, Bauteils oder einer Verpackungslösung gemeint ist – vorausgesetzt, diese Aussage lässt sich entsprechend belegen.

Im Möbelkatalog mag dieser Unterschied zunächst gering erscheinen.

Aus Sicht der Beschaffung ist er erheblich.

Selbst entwickelte grüne Siegel unterliegen strengeren Anforderungen

Der zweite wichtige Bereich betrifft Umwelt- und Nachhaltigkeitssiegel.

Möbelunternehmen konnten in der Vergangenheit eigene Symbole und Nachhaltigkeitsgrafiken entwickeln: ein grünes Blatt, ein Zeichen für eine „Öko-Kollektion“ oder ein anderes Symbol, das optisch den Eindruck einer unabhängigen Umweltbewertung vermitteln konnte.

Nach den neuen Rahmenbedingungen müssen Nachhaltigkeitssiegel auf einem geeigneten Zertifizierungssystem beruhen oder von staatlichen Stellen festgesetzt worden sein.

Damit verändert sich die Bedeutung eines grünen Zeichens.

Eine von einer Marketingabteilung entworfene Grafik ist nicht dasselbe wie ein Siegel, das durch ein unabhängiges Zertifizierungssystem abgesichert wird.

Für Einkäufer sollte diese Unterscheidung deshalb künftig auch Bestandteil der Lieferantenbewertung sein.


„Nachhaltig“ ist keine Produktspezifikation

Aus meiner langjährigen Zusammenarbeit mit europäischen Möbeleinkäufern weiß ich, dass Nachhaltigkeitsgespräche häufig mit der falschen Frage beginnen.

Meist lautet sie:

„Ist dieser Stuhl nachhaltig?“

Ich würde stattdessen fragen:

„Welcher Bestandteil dieses Stuhls bietet einen konkreten Umweltvorteil, und welcher Nachweis belegt diese Aussage?“

Diese Frage ist für die Beschaffung wesentlich hilfreicher.

Möbel bestehen nur selten aus einem einzigen Material. Ein gepolsterter Esszimmerstuhl kann Stahl, Sperrholz, Schaumstoff, Bezugsstoff, Klebstoff, Pulverbeschichtung, Kunststoffteile und unterschiedliche Verpackungsmaterialien miteinander verbinden.

Jedes dieser Materialien hat seine eigene Lieferkette.

Deshalb sollte „nachhaltig“ nicht wie eine technische Produktspezifikation behandelt werden, etwa wie Sitzhöhe, Stoffzusammensetzung oder Kartonabmessungen.

Es handelt sich vielmehr um eine weitreichende Aussage, die von zahlreichen zugrunde liegenden Faktoren abhängen kann.

Professionelle Beschaffungsteams müssen sich deshalb zunehmend von einer aussagebasierten Nachhaltigkeit hin zu einer nachweisbasierten Nachhaltigkeit bewegen.


Welche Fragen sollten Möbeleinkäufer ihren Lieferanten stellen?

Why This Matters When Sourcing Furniture from China

Die neuen Anforderungen sollten Einkäufer dazu bewegen, bereits während der Produktentwicklung präzisere Fragen zu stellen.

Nicht:

„Haben Sie nachhaltige Produkte?“

Sondern:

„Welche Nachweise können Sie für die Umweltaussagen vorlegen, die wir zu diesem Produkt machen möchten?“

Allein diese veränderte Fragestellung kann viel über die Arbeitsweise eines Lieferanten verraten.

Fragen Sie, worauf sich die Aussage tatsächlich bezieht

Bezieht sich „nachhaltig“ auf:

  • den Bezugsstoff?

  • das Holz?

  • den Anteil recycelter Materialien?

  • die Verpackung?

  • die Verringerung von Kunststoff?

  • die Herstellungsverfahren?

  • die Langlebigkeit?

  • eine unabhängige Zertifizierung?

Dabei handelt es sich um unterschiedliche Aussagen, die nicht einfach gleichgesetzt werden sollten.

Verwendet ein Lieferant beispielsweise einen Stoff aus recyceltem Material, bedeutet das nicht automatisch, dass sämtliche Umweltaspekte des fertigen Stuhls als nachhaltig bezeichnet werden können.

Der Geltungsbereich einer Aussage ist entscheidend.

Fordern Sie Nachweise an, bevor das Marketing beginnt

Umweltnachweise sollten idealerweise bereits während der Beschaffung und Produktentwicklung besprochen werden – und nicht erst, nachdem der Katalog fertig gestaltet wurde.

Je nach geplanter Aussage können Einkäufer beispielsweise Materialspezifikationen, Zertifizierungsinformationen, Lieferantenerklärungen oder weitere geeignete Unterlagen benötigen.

Das bedeutet zugleich, dass Marketing- und Beschaffungsteams enger zusammenarbeiten müssen.

Die Einkaufsabteilung weiß möglicherweise sehr genau, welches Bauteil oder Material verändert wurde. Die Marketingabteilung kann daraus jedoch unbeabsichtigt eine wesentlich umfassendere Aussage machen.

Genau an dieser Schnittstelle entsteht ein Risiko.


Von grünen Schlagworten zu überprüfbaren Produktinformationen

Für Beschaffungsteams in der Möbelbranche ist folgende Unterscheidung hilfreich:

Allgemeine Werbeaussage

Präzisere, nachweisorientierte Formulierung

Was Einkäufer prüfen sollten

„Nachhaltiger Stuhl“

Die konkrete Umwelteigenschaft benennen

Welches Bauteil oder welcher Prozess die Aussage tatsächlich stützt

„Umweltfreundlicher Stoff“

Die betreffende überprüfbare Eigenschaft beschreiben

Stoffzusammensetzung, Prüfungen oder zutreffende Zertifizierung

„Grüne Verpackung“

Konkret benennen, was verändert wurde

Materialzusammensetzung sowie Verringerung oder Ersatz bestimmter Verpackungsmaterialien

Selbst entwickeltes Umweltsiegel

Ein zulässiges anerkanntes Zertifizierungssystem verwenden oder die konkrete Eigenschaft sachlich beschreiben

Wer das Zertifizierungssystem betreibt und überprüft

„Umweltfreundliche Kollektion“

Die relevanten Umwelteigenschaften für die einzelnen Produkte erläutern

Ob die Nachweise für die gesamte Kollektion oder nur für ausgewählte Produkte gelten

„Recyceltes Material“

Konkret angeben, wo recyceltes Material eingesetzt wird

Materialnachweise und Umfang des Recyclinganteils

Das Grundprinzip ist einfach:

Je konkreter und sachlicher eine Aussage formuliert ist, desto leichter lässt sich feststellen, welcher Nachweis dafür erforderlich ist.

Das ist nicht nur für die Einhaltung der Anforderungen hilfreich. Es verbessert auch die Qualität von Einkaufsentscheidungen.


Warum ist das bei der Möbelbeschaffung aus China besonders wichtig?

Bei europäischen Möbelmarken mit internationaler Beschaffung beruhen Umweltaussagen häufig auf Informationen, die mehrere Stufen tiefer in der Lieferkette entstehen.

Ein deutscher Händler kann eine Aussage auf seiner Internetseite veröffentlichen, doch die zugrunde liegenden Informationen können ursprünglich von einem Stoffhersteller, Holzlieferanten, Verpackungsproduzenten oder einer Möbelfabrik in Asien stammen.

Dadurch entsteht eine Nachweiskette.

Wenn ein europäisches Unternehmen einen bestimmten Umweltvorteil kommunizieren möchte, muss sein Beschaffungsteam wissen, ob der Lieferant dafür geeignete Informationen und Unterlagen bereitstellen kann.

Nachhaltigkeit wird damit zunehmend zu einem Bestandteil des professionellen Lieferantenmanagements.

Ein guter Lieferant sollte zwischen Nachweis und Werbung unterscheiden können

Die Aussage eines Lieferanten „Ja, das ist umweltfreundlich“ reicht nicht aus.

Professionelle Einkäufer sollten genauere Antworten erwarten:

Um welches Material geht es?

Welche Umwelteigenschaft ist konkret gemeint?

Welches Dokument belegt diese Eigenschaft?

Bezieht sich der Nachweis auf ein einzelnes Bauteil oder auf das vollständige Produkt?

Wer hat die Zertifizierung ausgestellt?

Ist das Zertifikat aktuell und gilt es tatsächlich für das Material, das bestellt wird?

Solche Fragen können zunächst verwaltungstechnisch wirken. Sie verhindern jedoch ein bekanntes Beschaffungsproblem: Eine ursprünglich eng begrenzte Aussage wird auf ihrem Weg durch die Lieferkette immer weiter verallgemeinert.

What Should Furniture Brands Review Before 27 September 2026?

Nachhaltigkeitsaussagen beginnen bereits bei der Produktentwicklung

Eine Folge der neuen Rahmenbedingungen ist, dass Nachhaltigkeitskommunikation nicht mehr allein der Marketingabteilung überlassen werden kann.

Sie beginnt wesentlich früher.

Nehmen wir die Entwicklung eines gepolsterten Esszimmerstuhls als Beispiel.

Der Einkäufer wählt den Stoff aus. Der Lieferant legt Schaumstoff und Rahmenkonstruktion fest. Die Verpackung wird entwickelt. Materialunterlagen werden zusammengestellt. Muster werden freigegeben. Anschließend beginnt die Produktion.

Wird über die Umweltkommunikation erst gesprochen, nachdem all diese Entscheidungen bereits getroffen wurden, kann das Unternehmen feststellen, dass die vorhandenen Nachweise die ursprünglich geplante Werbeaussage gar nicht tragen.

Die sinnvollere Reihenfolge lautet:

Produktentscheidung → Nachweis → geprüfter Geltungsbereich → Kommunikation.

Nicht:

Werbeaussage → nachträgliche Suche nach einem passenden Nachweis.

Für die gewerbliche Möbelbeschaffung ist das eine wichtige Veränderung.

Verpackungen zeigen besonders gut, warum präzise Aussagen wichtig sind

Verpackungen sind ein gutes Beispiel dafür, warum Genauigkeit bei Umweltaussagen entscheidend ist.

Bei ASKT arbeiten wir an Verpackungslösungen, die den Einsatz von Kunststoff reduzieren und, wo es sinnvoll ist, papierbasierte Schutzlösungen wie Wabenpapier verwenden.

Aus Sicht eines Einkäufers ist folgende Aussage jedoch nur begrenzt hilfreich:

„Diese Verpackung ist nachhaltig.“

Wesentlich hilfreicher sind konkrete Fragen:

Wie viel Kunststoff wurde eingespart?

Welche Kunststoffbestandteile wurden ersetzt?

Welches Material wird stattdessen verwendet?

Schützt die Alternative das Möbel während des Transports weiterhin ausreichend?

Verändern sich durch die neue Verpackung die Kartonabmessungen oder die Auslastung beim Transport?

Kann der Lieferant genaue Angaben zu den eingesetzten Materialien bereitstellen?

Diese Denkweise ist glaubwürdiger, weil sie Umweltverbesserungen mit den praktischen Anforderungen der Möbellogistik verbindet.

Eine Verpackung erfüllt schließlich mehrere Aufgaben gleichzeitig. Sie muss das Produkt schützen, eine effiziente Verladung ermöglichen und dazu beitragen, Schäden entlang einer langen internationalen Lieferkette zu vermeiden.

Umweltverbesserungen können deshalb nicht losgelöst von diesen Funktionen betrachtet werden.


Nachhaltigkeit ersetzt weder Qualität noch Langlebigkeit

Ein weiterer Punkt sollte von Möbeleinkäufern nicht übersehen werden.

Eine gute Umweltgeschichte ersetzt nicht die grundlegenden Anforderungen an die Produktleistung.

Ein Esszimmerstuhl braucht weiterhin Stabilität. Bezugsstoffe benötigen eine angemessene Scheuerbeständigkeit und Farbechtheit. Metallrahmen erfordern gleichmäßige Schweißverbindungen und eine zuverlässige Oberflächenverarbeitung. Auch die Verpackung muss den Transportbelastungen standhalten.

Bei ASKT umfasst die Beurteilung von Stoffen beispielsweise praktische Eigenschaften wie Scheuerbeständigkeit, Farbechtheit und Atmungsaktivität sowie die für die jeweiligen Materialien relevanten Unterlagen.

Das ist wichtig, weil Nachhaltigkeit und Langlebigkeit nicht zu gegensätzlichen Zielen werden sollten.

Wenn die Wahl eines Materials mit Umweltvorteilen zu deutlich schlechterer Produktleistung, mehr Schäden oder häufigerem Ersatz führt, entsteht für das Einkaufsteam ein weiteres wirtschaftliches Problem.

Für gewerbliche Einkäufer gehört die Umweltleistung deshalb in die umfassendere Produktbewertung.


Was sollten Möbelmarken vor dem 27. September 2026 überprüfen?

Möbelunternehmen, die Produkte auf dem deutschen Markt anbieten, sollten die Änderungen zum Anlass nehmen, ihre Umweltaussagen und die dazugehörigen Nachweise systematisch zu überprüfen.

Beginnen Sie mit allen Aussagen, die Kunden unmittelbar sehen.

Prüfen Sie Produktseiten, Kataloge, Verpackungen, Kennzeichnungen, Anhänger, Ausstellungsunterlagen und andere kundenbezogene Werbemittel, in denen Umwelt- oder Nachhaltigkeitsbegriffe verwendet werden.

Verfolgen Sie anschließend jede Aussage zurück zu ihrer Grundlage.

Worauf bezieht sich die Aussage genau?

Welcher Nachweis stützt sie?

Gilt der Nachweis für das gesamte Produkt oder nur für ein einzelnes Bauteil?

Beruht ein Nachhaltigkeitssiegel auf einem geeigneten Zertifizierungssystem?

Kann eine weit gefasste Aussage durch eine präzisere und sachlichere Formulierung ersetzt werden?

Bei Importeuren und Händlern sollten auch die Lieferanten in diese Überprüfung einbezogen werden.

Ein Einkaufsteam kann nur dann präzise kommunizieren, wenn auch seine Lieferkette präzise Informationen bereitstellen kann.


Praktische Prüfliste für Möbeleinkäufer

Bevor eine Umweltaussage für ein Möbelprodukt freigegeben wird, sollten Einkäufer folgende Fragen stellen:

  • Was genau behaupten wir?

  • Bezieht sich die Aussage auf das vollständige Produkt oder nur auf ein einzelnes Bauteil?

  • Welche Nachweise stützen diese Aussage?

  • Kann der Lieferant die erforderlichen Unterlagen bereitstellen?

  • Beruht ein verwendetes Nachhaltigkeitssiegel auf einem geeigneten Zertifizierungssystem?

  • Verwenden wir allgemeine Begriffe, obwohl eine präzisere Beschreibung verständlicher wäre?

  • Kommunizieren Produktseite, Katalog und Verpackung dieselben Informationen?

  • Wurden die Unterlagen mit dem tatsächlich eingekauften Material und der tatsächlichen Produktspezifikation abgeglichen?

  • Kann der Lieferant dieselbe Spezifikation auch bei Folgebestellungen zuverlässig einhalten?

  • Arbeiten Marketing, Einkauf und Produktentwicklung mit denselben Nachweisen?

Das ist nicht nur eine Prüfliste für die Einhaltung neuer Anforderungen.

Es ist gleichzeitig eine Prüfliste für die Qualität eines Lieferanten.

Eine Fabrik, die Materialien, Spezifikationen und Unterlagen konsequent zurückverfolgen kann, lässt sich für ein professionelles Beschaffungsteam in der Regel leichter steuern als ein Lieferant, der auf jede Umweltfrage lediglich mit demselben Wort antwortet: „nachhaltig“.


Häufig gestellte Fragen

Dürfen Möbelmarken in Deutschland weiterhin das Wort „nachhaltig“ verwenden?

Das Wort selbst verschwindet nicht einfach aus der Möbelwerbung. Allgemeine Umweltaussagen unterliegen jedoch deutlich strengeren Bedingungen. Ab dem 27. September 2026 müssen pauschale Aussagen wie „nachhaltig“ im jeweiligen Kommunikationszusammenhang klar konkretisiert werden. Unternehmen sollten den Begriff daher nicht als alleinstehende Werbeaussage ohne ausreichende Begründung und geeignete Nachweise behandeln.

Was ändert sich am 27. September 2026?

In Deutschland treten strengere Regelungen für Umweltwerbung und Nachhaltigkeitsaussagen in Kraft. Zu den von der Bundesregierung und der Deutschen Gütegemeinschaft Möbel hervorgehobenen Änderungen gehören strengere Anforderungen an allgemeine Umweltaussagen sowie Einschränkungen für Nachhaltigkeitssiegel, die nicht auf einem geeigneten Zertifizierungssystem beruhen oder von staatlichen Stellen festgesetzt wurden.

Kann ein Möbelunternehmen sein eigenes grünes Nachhaltigkeitssiegel entwickeln?

Ein selbst entwickeltes Nachhaltigkeitssiegel ohne zugrunde liegendes unabhängiges Zertifizierungssystem wird unter den neuen Regeln besonders problematisch. Möbelunternehmen sollten klar zwischen eigenen Markengrafiken und anerkannten Nachhaltigkeitssiegeln unterscheiden, die durch geeignete Zertifizierungssysteme abgesichert sind.

Macht der Einsatz von recyceltem Material einen ganzen Stuhl nachhaltig?

Nicht automatisch. Ein Recyclinganteil kann eine konkrete Umweltaussage über das betreffende Material stützen. Er belegt jedoch nicht automatisch sämtliche Umwelteigenschaften des vollständigen Möbelstücks. Der Umfang des Nachweises sollte immer zum Umfang der jeweiligen Aussage passen.

Welche Nachweise sollten Möbeleinkäufer von ihren Lieferanten verlangen?

Einkäufer sollten Unterlagen anfordern, die zur geplanten Umweltaussage passen. Je nach Aussage können dazu Materialspezifikationen, Zertifizierungsinformationen, Lieferantendokumente sowie eine eindeutige Zuordnung gehören, auf welches Bauteil oder Material sich der jeweilige Nachweis bezieht.

Sind Umweltaussagen ausschließlich Aufgabe der Marketingabteilung?

Nein. Bei Möbeln entsteht die Grundlage für solche Aussagen häufig bereits in der Beschaffung und Produktentwicklung. Materialauswahl, Lieferantendokumentation, Verpackungsentwicklung und Produktionsspezifikationen können alle beeinflussen, welche Aussagen eine Marke später sachlich und nachvollziehbar kommunizieren kann.

Gelten die neuen Regeln nur für Möbel, die in Deutschland hergestellt werden?

Entscheidend ist nicht allein der Herstellungsort des Möbels, sondern die Vermarktung gegenüber Verbrauchern auf dem betreffenden deutschen Markt. Für europäische Einkäufer, die Möbel aus China oder anderen Ländern importieren, werden deshalb Lieferantendokumentation und Rückverfolgbarkeit besonders wichtig.


Fazit

For European furniture buyers evaluating dining chair and dining table suppliers, ASKT approaches sustainability from this practical sourcing perspective: material choices, documentation, product durability, packaging optimisation and transparent communication should work together.

The future of sustainable furniture communication is therefore likely to be less about finding greener words — and more about providing better evidence.

Dürfen Möbelmarken in Deutschland also weiterhin einfach „nachhaltig“ sagen?

Das entscheidende Wort in dieser Frage lautet „einfach“.

Ab dem 27. September 2026 bewegt sich die Umweltkommunikation in Deutschland noch deutlicher weg von allgemeinen grünen Formulierungen und hin zu Aussagen, die konkret, verständlich und durch geeignete Nachweise gestützt sind.

Für die Möbelbranche ist das aus meiner Sicht mehr als eine Veränderung im Marketing.

Es ist eine Veränderung in der Beschaffung.

Europäische Einkäufer müssen zunehmend nicht nur wissen, ob ein Lieferant Stoffe aus recycelten Materialien, papierbasierte Verpackungslösungen oder andere Umweltverbesserungen anbietet. Sie müssen auch verstehen, was genau verbessert wurde, wie sich dies dokumentieren lässt und welche Aussagen die vorhandenen Nachweise tatsächlich erlauben.

Das ist für die Möbelbranche die sinnvollere Frage.

Denn das Wort „nachhaltig“ lässt sich schnell in einen Katalog drucken.

Eine Produktspezifikation und eine Lieferkette aufzubauen, die dieses Wort tatsächlich mit nachvollziehbaren Informationen und Nachweisen untermauern können, erfordert deutlich mehr Arbeit.

Für europäische Möbeleinkäufer, die Lieferanten für Esszimmerstühle und Esstische bewerten, betrachtet ASKT Nachhaltigkeit deshalb aus einer praktischen Beschaffungsperspektive: Materialauswahl, Dokumentation, Produktlanglebigkeit, Verpackungsoptimierung und transparente Kommunikation sollten zusammenspielen.

Die Zukunft glaubwürdiger Nachhaltigkeitskommunikation in der Möbelbranche wird deshalb voraussichtlich weniger davon abhängen, grünere Worte zu finden – und stärker davon, bessere Nachweise zu liefern.


 
 
 

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